Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes, zur Änderung des Gebäude-Elektromobilitätsinfrastruktur-Gesetzes und zur Änderung weiterer Vorschriften im Wärmebereich
Worum geht es?
Die Bundesregierung bringt ein Gesetz zur Änderung des Gebäudeenergiegesetzes ein, das unter dem Titel Gebäudemodernisierungsgesetz (GModG) die Energieeinsparung und Modernisierung der Wärmeversorgung in Gebäuden fördern soll.
Betrifft dich das?
Direkt betroffen
- Ja, wenn du Eigentümer eines Gebäudes bist und eine Heizung austauschen möchtest.
- Ja, wenn du Mieter bist und von den Nebenkosten betroffen bist.
Indirekt betroffen
- Ja, wenn du als Heizungsinstallateur tätig bist und dich auf neue Anforderungen einstellen musst.
- Ja, wenn du für einen Energieversorger arbeitest, der kohlendioxid-neutrale Brennstoffe anbieten soll.
Gesellschaftliches Interesse
- Ja, wenn dich der Beitrag des Gebäudesektors zu den Klimaschutzzielen interessiert.
- Ja, wenn du an der Umsetzung europäischer Richtlinien im nationalen Recht interessiert bist.
Ziel des Vorhabens
Laut den Initiatoren soll das Vorhaben die Verunsicherung und Komplexität der bisherigen Regelungen im Gebäudeenergiegesetz reduzieren und mehr Entscheidungsfreiheit für Eigentümer beim Heizungstausch ermöglichen, während die Klimaschutzziele weiterhin gelten. Zudem soll es die EU-Gebäuderichtlinie zur Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden umsetzen.
Was ändert sich konkret?
Was ändert sich?
Aktuelle Situation
Derzeit gibt es eine Vorgabe, dass mindestens 65 Prozent der Wärmeversorgung in Gebäuden aus erneuerbaren Energien stammen müssen.
Geplant ist
Diese Vorgabe entfällt. Eigentümer können beim Heizungstausch frei zwischen verschiedenen Heizungsarten wählen, darunter auch Gas- und Ölheizungen, die ab 2029 zunehmend kohlendioxid-neutrale Brennstoffe nutzen sollen.
Beispiel: Ein Hausbesitzer, der seine alte Heizung austauschen möchte, kann sich künftig auch für eine Gasheizung entscheiden, solange sie ab 2029 teilweise kohlendioxid-neutrale Brennstoffe verwendet.
Auswirkungen auf bestehende Abläufe
Bisher: Das Gebäudeenergiegesetz legt derzeit strikte Vorgaben für den Anteil erneuerbarer Energien bei der Wärmeversorgung fest.
Neu: Diese strikten Vorgaben werden gelockert, und Eigentümer erhalten mehr Entscheidungsfreiheit bei der Wahl der Heizungsart.
In der Praxis: Eigentümer können flexibler auf ihre individuellen Bedürfnisse und finanzielle Möglichkeiten eingehen, ohne die strikten Vorgaben für erneuerbare Energien erfüllen zu müssen.
Mögliche Folgen
- Durch die Lockerung der Vorgaben könnten mehr Eigentümer kostengünstigere Heizungsoptionen wählen.
- Die Nutzung kohlendioxid-neutraler Brennstoffe könnte langfristig zur Reduktion der CO2-Emissionen im Gebäudesektor beitragen.
Zu beachten
- Für die Nutzung von Gas- und Ölheizungen ab 2029 wären kohlendioxid-neutrale Brennstoffe erforderlich.
- Mieter könnten vor überhöhten Nebenkosten geschützt werden müssen, wenn unwirtschaftliche Heizungen eingebaut werden.
Offene Fragen
- Wie wird sichergestellt, dass die kohlendioxid-neutralen Brennstoffe ab 2029 in ausreichender Menge verfügbar sind?
- Welche konkreten Maßnahmen werden ergriffen, um Mieter vor überhöhten Nebenkosten zu schützen?
Warum reden viele darüber?
- Das Vorhaben erhält Aufmerksamkeit, weil es die Balance zwischen Klimaschutz und wirtschaftlicher Freiheit für Eigentümer neu justieren soll.
- Die Umsetzung der EU-Gebäuderichtlinie ist von Interesse, da sie die Gesamtenergieeffizienz von Gebäuden in der EU vereinheitlichen soll.