CORENODAInformationen. Einordnen. Verstehen.
Phase 1

Gesetz zur Reform der Notfallversorgung

Initiator: Bundesregierung (Bundesministerium für Gesundheit) Eingereicht: 16.08.2024 BR-Drs. 379/24
Eingereicht
1. Lesung
Ausschuss
2./3. Lesung
Bundesrat
Vermittlungoptional
In Kraft
Aktueller Status:Eingereicht
Drucksache (PDF)

Worum geht es?

Die Bundesregierung schlägt ein Gesetz zur Reform der Notfallversorgung vor, das die Vernetzung und Kooperation der Versorgungsbereiche verbessern soll. Es umfasst Änderungen an vier Gesetzen und vier Rechtsverordnungen.

Betrifft dich das?

Direkt betroffen

  • Ja, wenn du in einer akuten medizinischen Notlage bist und auf schnelle Hilfe angewiesen bist.

Indirekt betroffen

  • Ja, wenn du im Gesundheitswesen, insbesondere in einer Notaufnahme oder einem Rettungsdienst, arbeitest.
  • Ja, wenn du in einer Apotheke arbeitest, die an Versorgungsverträgen beteiligt ist.

Gesellschaftliches Interesse

  • Ja, wenn dich die Effizienz und Qualität der Gesundheitsversorgung interessiert.
  • Ja, wenn du die Überlastung von Notaufnahmen und Rettungsdiensten als problematisch ansiehst.

Ziel des Vorhabens

Laut den Initiatoren soll das Vorhaben die Notfall- und Akutversorgung effizienter gestalten, indem es die Vernetzung der verschiedenen Versorgungsbereiche verbessert und die Steuerung von Hilfesuchenden in die richtige Versorgungsebene optimiert.

Was ändert sich konkret?

Was ändert sich?

Aktuelle Situation

Hilfesuchende müssen sich selbst für die richtige Versorgungsebene entscheiden, oft ohne ausreichende Informationen. Es gibt getrennte Rufnummern für ärztlichen Notdienst und Rettungsdienst.

Geplant ist

Eine zentrale Akutleitstelle soll die Steuerung der Hilfesuchenden übernehmen. Die Rufnummern 116117 und 112 werden besser vernetzt, um eine medienbruchfreie Übermittlung von Daten zu ermöglichen.

Beispiel: Wenn du medizinische Hilfe benötigst, wirst du künftig über eine zentrale Stelle geleitet, die dich direkt zur passenden Versorgungsebene weiterleitet.

Was ändert sich?

Aktuelle Situation

Notdienstpraxen und Krankenhäuser arbeiten oft unabhängig voneinander, was zu ineffizienten Abläufen führen kann.

Geplant ist

Integrierte Notfallzentren werden eingerichtet, in denen Krankenhäuser und Kassenärztliche Vereinigungen gemeinsam eine bedarfsgerechte Erstversorgung bereitstellen.

Beispiel: Wenn du in eine Notfallaufnahme gehst, wirst du in einem integrierten Zentrum sowohl von Krankenhauspersonal als auch von niedergelassenen Ärzten betreut.

Was ändert sich?

Aktuelle Situation

Patienten müssen oft persönlich zu Notdienstpraxen oder Notaufnahmen fahren.

Geplant ist

Die telemedizinische und aufsuchende Versorgung wird ausgebaut, um Patienten auch zu Hause oder per Telemedizin zu versorgen.

Beispiel: Wenn du nicht mobil bist, kannst du künftig eine ärztliche Beratung per Videoanruf erhalten oder ein Arzt kommt zu dir nach Hause.

Auswirkungen auf bestehende Abläufe

Bisher: Die Steuerung von Hilfesuchenden erfolgt über getrennte Systeme für ärztlichen Notdienst und Rettungsdienst.

Neu: Eine zentrale Akutleitstelle übernimmt die Steuerung und vernetzt die Systeme für eine effizientere Patientenlenkung.

In der Praxis: Hilfesuchende werden besser in die passende Versorgungsebene geleitet, was die Notaufnahmen und Rettungsdienste entlastet.

Bisher: Notdienstpraxen und Krankenhäuser arbeiten oft unabhängig voneinander.

Neu: Integrierte Notfallzentren werden eingerichtet, in denen beide gemeinsam arbeiten.

In der Praxis: Die Zusammenarbeit verbessert die Effizienz und Qualität der Notfallversorgung.

Mögliche Folgen

  • Durch die zentrale Steuerung könnte die Fehlsteuerung von Patienten reduziert werden.
  • Die Entlastung von Notaufnahmen und Rettungsdiensten könnte durch effizientere Patientenlenkung erreicht werden.
  • Die Einführung von integrierten Notfallzentren könnte zu einer besseren Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und niedergelassenen Ärzten führen.

Zu beachten

  • Die Umsetzung erfordert zusätzliche Investitionen in die Infrastruktur für die Vernetzung der Akutleitstellen.
  • Es könnten Herausforderungen bei der Sicherstellung der flächendeckenden telemedizinischen Versorgung auftreten.
  • Die Speicherung und der Schutz sensibler Patientendaten sind bei der digitalen Fallübergabe zu gewährleisten.

Offene Fragen

  • Wie werden die zusätzlichen Kosten für die Einrichtung und den Betrieb der integrierten Notfallzentren finanziert?
  • Welche technischen Lösungen werden für die medienbruchfreie Übermittlung von Patientendaten eingesetzt?
  • Wie wird die Zusammenarbeit zwischen Krankenhäusern und Kassenärztlichen Vereinigungen konkret organisiert?

Warum reden viele darüber?

  • Das Thema erhält Aufmerksamkeit, weil es die Effizienz und Qualität der Notfallversorgung betrifft, die für die Gesundheitsversorgung von entscheidender Bedeutung ist.
  • In der öffentlichen Debatte wird erörtert, wie die Überlastung von Notaufnahmen und Rettungsdiensten reduziert werden kann.

Wer ist betroffen?

Patienten in akuten medizinischen NotlagenKassenärztliche VereinigungenKrankenhäuserRettungsdienste