Video22.08.2026English

Hakenkreuze und AfD-Beschwerden: Lehrkräfte im Osten machen sich Sorgen

Hintergrund & Einordnung

Correctiv hat knapp 60 Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt zu politischen und rechtsextremen Entwicklungen an ihren Schulen befragt und mit neun von ihnen vertiefende Interviews geführt. Genannt werden unter anderem Hakenkreuzschmierereien, Hitlergrüße, rechtsextreme Kleidung und einschlägige Äußerungen.

Mehrere Befragte berichten außerdem von Beschwerden durch Eltern, lokale AfD-Politiker oder parlamentarischen Anfragen der AfD und beschreiben dies als politischen Druck. Die Befragung dokumentiert damit konkrete Erfahrungen, ist mit knapp 60 Personen aber nicht repräsentativ für alle Schulen oder Lehrkräfte in Ostdeutschland.

Dass rechtsextreme Vorfälle an Schulen kein reines Wahrnehmungsphänomen sind, zeigen amtliche Daten zumindest für Sachsen-Anhalt. Dort wurden 2023 insgesamt 74 rechtsmotivierte Straftaten an Schulen registriert, 2024 waren es 185 und 2025 schließlich 163.

Nach dem starken Anstieg bis 2024 ging die Zahl 2025 also wieder zurück, lag aber weiterhin mehr als doppelt so hoch wie 2023. Correctiv nennt für 2025 noch 149 Fälle; diese Zahl stammt aus einem früheren Datenstand und wurde durch die später veröffentlichte endgültige Jahresstatistik mit 163 Fällen überholt.

Für Mecklenburg-Vorpommern wurden für das Schuljahr 2025/26 insgesamt 119 Vorfälle mit mutmaßlich extremistischem Hintergrund gemeldet; wie viele davon rechtsextrem waren, lässt sich nach Angaben des Ministeriums nicht bestimmen. Beschwerden und parlamentarische Anfragen der AfD müssen davon getrennt betrachtet werden.

Correctiv berichtet, dass die AfD 2025 bundesweit 45 Kleine Anfragen in Landesparlamenten zu vermeintlichen Verstößen von Lehrkräften gegen das Neutralitätsgebot stellte. Beschwerden und Kleine Anfragen sind grundsätzlich legitime parlamentarische beziehungsweise rechtliche Instrumente.

Ob sie in einzelnen Fällen sachlicher Kontrolle dienen oder gezielt politischen Druck erzeugen sollen, lässt sich nicht allein aus ihrer Zahl ableiten. Belegt ist dagegen, dass einige der befragten Lehrkräfte sie als Belastung oder Einschüchterung empfinden.

Auch das Neutralitätsgebot bedeutet nicht, dass Lehrkräfte gegenüber Menschenwürde, Demokratie oder verfassungsfeindlichen Positionen neutral bleiben müssen. Ein ursächlicher Zusammenhang zwischen AfD-Aktivitäten und Hakenkreuzen, Hitlergrüßen oder anderen rechtsextremen Vorfällen ist durch die Recherche nicht belegt.

Artikelprofil

Dramatisierung

Ausgeprägt

7/10

niedrighoch
machen sich Sorgenunter DruckHitlergrüße auf dem Schulflursystematisch unter Druck

Der Artikel betont das Geschehen emotional und arbeitet mit deutlich dramatisierender Sprache.

Bewertung basiert auf KI-gestützter Analyse1 / 4

Moralisierung

Moderat

6/10

niedrighoch
verzerrt den NeutralitätsbegriffEinschüchterungsversucheLehrkräfte fühlen sich allein gelassenallein gelassen

Einzelne Passagen enthalten wertende oder moralische Untertöne.

Bewertung basiert auf KI-gestützter Analyse2 / 4

Zuspitzung

Moderat

5/10

niedrighoch
AfD setzt Lehrkräfte unter DruckRechtsruck

Der Artikel spitzt einzelne Aspekte zu, hält aber Differenzierung bereit.

Bewertung basiert auf KI-gestützter Analyse3 / 4

Sachlichkeit

Hoch

7/10

niedrighoch
149 rechts motivierte Straftaten ... 74auf Anfrage von CORRECTIVwisse man nichternst genommen

Der Artikel ist überwiegend sachlich und faktenorientiert.

Bewertung basiert auf KI-gestützter Analyse4 / 4

Prüftransparenz

Grundlage der Ausgangsrecherche ist eine Correctiv-Befragung von knapp 60 Lehrkräften und Schulsozialarbeitenden aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sowie neun vertiefende Interviews. Geprüft wurde, ob die in der Überschrift genannten Erfahrungen tatsächlich von Lehrkräften berichtet werden.

Das ist belegt. Die Befragung ist jedoch nicht repräsentativ und erlaubt keine Aussage darüber, welcher Anteil aller Lehrkräfte oder Schulen in Ostdeutschland vergleichbare Erfahrungen macht.

Zusätzlich wurden amtliche Daten geprüft. Für Sachsen-Anhalt weist die endgültige Statistik für 2025 163 rechtsmotivierte Straftaten an Schulen aus; 2024 waren es 185 und 2023 74.

Die im Correctiv-Artikel genannten 149 Fälle für 2025 stammen aus einem früheren Datenstand. Für Mecklenburg-Vorpommern wurden 119 schulische Vorfälle mit mutmaßlich extremistischem Hintergrund gemeldet; wie viele davon rechtsextrem waren, ist nicht bekannt.

Die Existenz von Beschwerden und parlamentarischen Anfragen der AfD ist ebenfalls belegt. Nicht als feststehende Tatsache übernommen werden dagegen weitergehende Bewertungen, wonach die AfD Lehrkräfte damit grundsätzlich oder „systematisch“ einschüchtere.

Ebenso wird kein kausaler Zusammenhang zwischen der AfD und rechtsextremen Straftaten, Hakenkreuzen oder Hitlergrüßen an Schulen hergestellt. Die Überschrift stellt beide Themen nebeneinander; daraus folgt keine belegte Ursache-Wirkungs-Beziehung.

Wirkungs-Check

Betrifft's dich?

60% Wirkung

Lehrer in Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt sind betroffen, da zunehmender politischer Druck und rechtsextreme Vorfälle Einfluss auf ihren Alltag nehmen.

Bewertung basiert auf KI-gestützter Analyse1 / 3

Sicherheitsrisiko?

10% Wirkung

Kein erhöhtes Sicherheitsrisiko für Deutschland, da der Vorfall lokal begrenzt ist und keine direkte Bedrohung für die nationale Sicherheit darstellt.

Bewertung basiert auf KI-gestützter Analyse2 / 3

Historisch?

75% Wirkung

Rechtsextreme Vorfälle an Schulen sind historisch bekannt, besonders in Regionen mit starkem AfD-Einfluss, was die aktuelle Sorge verstärkt.

Bewertung basiert auf KI-gestützter Analyse3 / 3

Warum ist diese Schlagzeile des Artikels wahrscheinlich größtenteils wahr

Die Aussage ist wahr: Lehrkräfte und Schulsozialarbeitende aus Mecklenburg-Vorpommern und Sachsen-Anhalt berichten gegenüber Correctiv sowohl von rechtsextremen Vorfällen an ihren Schulen als auch von Beschwerden und parlamentarischen Aktivitäten der AfD, die einige von ihnen als politischen Druck empfinden. Die Befragung ist jedoch nicht repräsentativ für alle Schulen oder Lehrkräfte in Ostdeutschland.

Amtliche Daten bestätigen zumindest für Sachsen-Anhalt ein deutlich erhöhtes Niveau rechtsmotivierter Straftaten an Schulen gegenüber 2023. Nach einem starken Anstieg von 74 Fällen im Jahr 2023 auf 185 im Jahr 2024 ging die Zahl 2025 auf 163 zurück.

Die von Correctiv genannten 149 Fälle beruhen auf einem früheren Datenstand und entsprechen nicht mehr der endgültigen Jahresstatistik. Nicht belegt ist ein ursächlicher Zusammenhang zwischen AfD-Aktivitäten und Hakenkreuzen, Hitlergrüßen oder einem allgemeinen Rechtsruck unter Schülerinnen und Schülern.

Auch Beschwerden und Kleine Anfragen sind zunächst legitime Instrumente; ob sie gezielt zur Einschüchterung eingesetzt werden, muss anhand der jeweiligen Fälle beurteilt werden.

Diese Analyse basiert auf einem journalistischen Beitrag von correctiv.org. Bewertung und Einordnung wurden KI-gestützt erstellt.

KI-Transparenz

Diese Analyse wurde mit KI-gestützten Systemen erstellt, strukturiert und redaktionell geprüft. Die Bewertung bezieht sich auf die konkret geprüfte Aussage und basiert auf den angegebenen Quellen.

Methodik & KI-Transparenz