Arbeiten die größten Zuwanderungsgruppen in Deutschland kaum?
Nein: Bei den meisten der zehn großen Herkunftsgruppen ist rund die Hälfte bis zwei Drittel der Erwerbsfähigen sozialversicherungspflichtig beschäftigt. Rumänien (67,5 %) und Polen (60,1 %) führen; Fluchtherkünfte wie Syrien (37,6 %) und die Ukraine (29,9 %) holen noch auf.
Beschäftigungsquote (SvB) · Deutschland · 2025
Deutschlandweite Quote je Herkunft = alle sozialversicherungspflichtig Beschäftigten geteilt durch die erwerbsfähige Bevölkerung (15–65) derselben Herkunft, jeweils über die 16 Bundesländer aufsummiert. Prozente werden also über die absoluten Zahlen gewichtet, nicht über Länder gemittelt. Bezugsgröße im Tooltip.
Einordnung
Gemessen an der sozialversicherungspflichtigen Beschäftigung liegen 2025 die EU-Arbeitsmigrationsländer vorn: Rumänien (67,5 %), Polen (60,1 %) und Italien (57,4 %), gefolgt von Bulgarien (51,2 %), der Russischen Föderation (50,8 %) und der Türkei (48,3 %).
Am unteren Ende der zehn Gruppen stehen Frankreich (43,2 %) sowie die drei großen Fluchtherkünfte Afghanistan (38,1 %), Syrien (37,6 %) und die Ukraine (29,9 %).
Der Abstand erklärt sich vor allem durch den Zuwanderungsgrund: Wer aus einem EU-Land gezielt zum Arbeiten kommt, ist fast sofort beschäftigt; nach einer Flucht folgen erst Asylverfahren, Spracherwerb und die Anerkennung von Abschlüssen, bevor die Beschäftigung steigt (Fluss vs. Bestand).
Die Kennzahl zählt nur sozialversicherungspflichtige Beschäftigung an der gesamten erwerbsfähigen Bevölkerung (15–65) – Selbstständige, ausschließlich geringfügig Beschäftigte, Studierende oder Menschen in Familienzeit sind nicht enthalten. Die realen Erwerbsanteile liegen daher tendenziell höher.
Das Pauschalurteil „Zugewanderte arbeiten nicht“ hält den Zahlen nicht stand: Die Spannweite von rund 30 bis 68 Prozent zeigt, dass Arbeitsmarktintegration stark vom Migrationsgrund und vom Zeitpunkt der Zuwanderung abhängt – nicht pauschal von „den Ausländern“.