Immer mehr Ukrainer kommen in Deutschland in Arbeit?
Ja, der Trend stimmt: Die Zahl der beschäftigten ukrainischen Staatsangehörigen steigt seit 2022 Jahr für Jahr, absolut von rund 119.000 auf über 340.000 und anteilig von 20 auf knapp 36 Prozent. Beim Niveau gilt aber: Von den Erwerbsfähigen ist bislang gut ein Drittel in Arbeit.
Beschäftigte · Deutschland · 2021–2025
Anteil & Bezugsgröße im Tooltip: „Bezugsgröße“ ist die aus amtlicher Quote zurückgerechnete Bevölkerung im erwerbsfähigen Alter (15–65) der jeweiligen Herkunft – Kinder und Rentner sind nicht enthalten.
„Deutschland“ = Summe der 16 Bundesländer; der Anteil beruht auf den je Land zurückgerechneten Bezugsgrößen.
Einordnung
2021 lebten rund 120.000 erwerbsfähige Ukrainer in Deutschland, von denen etwa die Hälfte arbeitete (rund 66.000 Beschäftigte, 54 Prozent).
Seit 2022 stieg die Zahl der erwerbsfähigen Ukrainer auf fast eine Million; diese neue, große Gruppe erscheint sofort als Bezugsgröße, war aber zu Beginn überwiegend noch nicht erwerbstätig, sodass die Quote 2022 rechnerisch auf 20 Prozent lag.
Deshalb sind 2021 und 2022 nicht direkt vergleichbar: Der Rückgang der Quote ist ein Effekt der plötzlich viel größeren Bezugsgruppe (Fluss vs. Bestand), kein Rückschritt bei den zuvor Ansässigen.
Der Trend ist eindeutig steigend – absolut (119.000 → 340.000) wie anteilig (20 → 29 → 36 Prozent). Die These „immer mehr kommen in Arbeit“ ist damit belegt.
Für eine ehrliche Bewertung zählt aber auch das Niveau: 35,7 Prozent bedeuten, dass rund zwei Drittel der Erwerbsfähigen bislang nicht in Beschäftigung sind. Der Anteil wächst, liegt aber deutlich unter dem anderer Gruppen – die Integration ist im Gange, aber noch lange nicht abgeschlossen.